Kooperative Friesland

Wie bereits erwähnt, ist eine der Säulen der Kolonie Friesland die Arbeit. In Anbetracht der Notwendigkeit einen heimischen Markt für die Produkte zu finden, gründete man die Kooperative Friesland.
Das Ziel war, die schwierige wirtschaftliche Lage durch die Zusammenarbeit der Mitglieder zu verbessern. Die Genossenschaft wurde im Jahre 1953 von der nationalen Regierung anerkannt.
Die Genossenschaft wird von einem Präsidenten, einem Verwaltungsrat bestehend aus sechs Mitgliedern und einem Aufsichtsrat verwaltet. Der Präsident der Genossenschaft wird demokratisch von den Mitgliedern der Institution gewählt. Das höchste Organ der Genossenschaft ist die Generalversammlung aller Mitglieder. Diese trifft alle wichtigen Entscheidungen und sucht bei Problemen nach gemeinsamen Lösungen.
Die „Kooperative Friesland“ ist von grundlegender Bedeutung für die Mitglieder der Institution und auch für die Nachbarn der Kolonie.
Zu den Abteilungen der Kooperative gehören die Buchführungsabteilung, die Vertretung in Asunción, die verschiedenen Estanzias, die Mischfutterfabrik FRISCO, die Molkerei, die unter dem Namen „Trebol“ arbeitet und eine kleine Ölpresse.
Eine weitere wichtige Dienstleistung, die von der Genossenschaft geleistet wird, ist der Handel. Unter dieser Rubrik läuft der Supermarkt, die Tankstellen, die unter dem Namen von Ecop Treibstoff und einige Rohstoffe liefern, sowie die Ersatzteilwaren- und Baumaterialienhandlung.
Im landwirtschaftlichen Bereich bekommen die Produzenten von der Kooperative eine integrale, technische Beratung, sowie eine breite Palette von Saatgut und Pestiziden. Bei den Silos werden die Körner nach der Ernte analysiert und trocken gelagert. Der Marketingbereich der Genossenschaft vermarktet die Produkte wie Sojabohnen, Mais, Sonnenblumen, Weizen und Sorghum. Die Viehzucht ist ebenso wichtig wie der landwirtschaftliche Bereich. Hier werden sowohl das Fleisch als auch die Milch durch die genetische Verbesserung zu einem Produkt mit Qualität. Im Fleischsektor arbeitet die Kooperative mit dem Schlachthof Neuland zusammen. In diesen beiden Gebieten wird eine gesunde und nachhaltige Umweltanpassung angestrebt.
Die Transportabteilung, die für die Beförderung von Gütern zuständig ist und die Finanzabteilung runden die Dienstleistungen der Kooperative ab.
Mit Blick auf die Zukunft hat die Genossenschaft die Aktiengesellschaft Kuruzu Ñu gegründet. Hier haben die Mitglieder die Möglichkeit durch den Erwerb von Aktien eine Investition zu machen, die im Alter einen Gewinn bringt.
Weitere wichtige Leistungen, die von der Genossenschaft angeboten werden, finden wir im Hospital Tabea. Das neue Krankenhausgebäude wurde im Jahr 2010 eingeweiht. Fachpersonal und verschiedene Spezialisten steht ein gut ausgestattetes Krankenhaus zur Verfügung und das Fachpersonal vor Ort arbeitet rund um die Uhr, um die medizinische Betreuung abzudecken.
Das Hospital führt auch eine wichtige soziale Aufgabe durch das Programm „ausgestreckte Hände“ durch. Benachteiligte Menschen in der Region bekommen hier medizinische Unterstützung. Personen mit Hasenscharte, Klumpfüßen und Augenproblemen erhalten dadurch zu zugänglichen Preisen eine umfassende Behandlung, um eine bessere Lebensqualität zu erhalten.

Kooperative

Verwaltung

1.Verwaltung der CAF

Im Jahre 1941 wurde von einigen Friesländern eine Kooperative gegründet. Es war eine Privatinitiative, bei der sich 67 Bürger der Kolonie beteiligten. Viele der Bürger Frieslands zeigten anfangs Skepsis gegenüber dieser Kooperative. Im Allgemeinen sah man nicht die Notwendigkeit dieser Vereinigung.
Das MCC bestand jedoch auf einen kooperativen Zusammenschluss aller Bürger, wenn Friesland weiterhin finanzielle Hilfe vom MCC erhalten wollte. Deshalb beschlossen die Bürger Ende 1947, dass ab dem Zeitpunkt alle Bürger Frieslands auch Mitglied der Kooperative sein sollten. Das Ziel mit diesem Schritt war, die gemeinsame Zusammenarbeit in der wirtschaftlich schwierigen Situation zu verbessern. Das beinhaltete unter anderem die Förderung der Landwirtschaft, der Viehzucht und der Industrie. Die technische Produktionsberatung und die jeweilige Vermarktung haben sich zu einem grundlegenden Zweig entwickelt.
Im Jahre 1953 wurde die “Soc. Coop. Agr. Friesland Ltda.“ gesetzlich anerkannt.
Die Direktive der Kooperative besteht aus einem Präsidenten, dem Verwaltungsrat, der sich aus sechs Mitgliedern zusammensetzt, und dem Aufsichtsrat, mit drei Mitgliedern. Diese wird von den Mitgliedern derselben in demokratischer Form gewählt. Die höchste Instanz im Kooperativsgeschehen ist die „Generalversammlung“.
Die Kooperative zählt im Jahre 2012 etwa 400 Mitglieder. Sie ist von entscheidender Bedeutung für ihre Mitglieder sowie auch für die Bewohner der Umgebung. Durch eine effektive Verwaltungsarbeit der Kooperative ist es möglich, den jeweiligen Mitgliedern einen umfassenden, guten Service zu bieten.
Durch den Zusammenschluss FECOPROD ist die Kooperative Friesland auch in Verbindung mit anderen Kooperativen in Paraguay. Das Ziel des Verbandes ist es, die Institutionen zu stärken und die wirtschaftlichen und sozialen Interessen seiner Mitglieder zu verteidigen.

2.Personalabteilung

Seit April 2011 gibt es in der Kooperative Friesland eine Personalabteilung (Recursos humanos). Diese Abteilung ist für die Pflichten und Rechte der Arbeiter der Kooperative und der Zivilen Vereinigung verantwortlich.

3.Buchführung

Die Hauptaufgabe der Buchführungsabteilung ist die Registrierung und Kontrolle der Geschäftsvorgänge. Alle laufenden Rechnungen der Kooperative werden in dieser Abteilung gebucht. Jedes Mitglied erhält monatlich einen Kontoauszug, in dem er über seinen aktuellen Kontostand in Kenntnis gesetzt wird. Unter anderem werden auch andere Dienstleistungen sowie Abrechnungen der Agrarsteuer und vieles mehr verrichtet.

4.Vertretung in Asunción

Diese Abteilung vertritt die Interessen der Kolonie Friesland in der Hauptstadt Paraguays. Beziehungen zum Staat und anderen öffentlichen Institutionen, darunter auch der Kontakt zu verschiedenen Banken und anderen Kooperativen werden durch die Vertretung aufrecht erhalten. Teil der Vermarktung der landwirtschaftlichen Produktion, ein großer Teil des Einkaufes für die Gemeinschaft und die Organisation der Post wird über die Vertretung abgewickelt. Hilfestellung bei Notfällen und verschiedene andere Dienstleistungen werden den Mitgliedern angeboten.

Produktion

1. Viehstationen

Die Estanzia der Kooperative Friesland ist eine Abteilung, die jährlich einen relativ guten Gewinn bringt. Sie dient einerseits als finanzielle Reserve und andererseits als Modell- und Versuchsstation. Dazu gehören die Estanzias Ibaté, Moroti und Ipané. Unter anderem wird das Vieh der Bürger aufgekauft, um dieses gemeinsam zu vermarkten. Hier wird Mast- und Zuchtvieh gezüchtet, sowie eine Verbesserung der Genetik angestrebt. In diesen Bereich fällt die Vermarktung von Fleisch in Zusammenarbeit mit der Kooperative Neuland. Die Bürger Frieslands liefern ihre Rinder direkt zum Schlachthof Neuland. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Bürgern einen besseren und effektiveren Verkauf ihrer Rinder zu ermöglichen. Die Estanzia liefert auch das Fleisch für die Fleischverkaufsabteilung der Kooperative.

2. Mischfutterfabrik

Die Mischfutterfabrik produziert schon seit 1992 Mischfutter für Kühe, Schweine, Geflügel und Pferde. Hinzu kommt auch die Herstellung von Mineralsalz.
Ziel dieser Abteilung ist es, den Milchbauern in Friesland ein gutes Produkt zu angemessenen Preisen zu liefern und Menschen aus der Kolonie und der Umgebung Arbeitsstellen zu bieten. Heute wird der größte Teil des Mischfutters außerhalb der Kolonie vermarktet.

3. Molkerei

1994 wurde die Molkerei „Frisco“ eingeweiht. Hergestellt wurde Milch in Tüten, Joghurt und „Dulce de Leche“. Die Molkerei sollte dazu beitragen, den Kleinbauern eine wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
Durch die verhältnismäßig kleine Produktionsmenge und die starke Konkurrenz bei der Vermarktung der Produkte, lief dieser Zweig jedoch sehr schwer. Deshalb kam es im Jahre 1998 zu einer Zusammenarbeit mit der Kolonie Menno. Seit diesem Zeitpunkt arbeitet die Molkerei unter dem Namen „Trebol“, um eine bessere Rentabilität dieses Zweiges zu erwirtschaften. Seit einiger Zeit erhalten auch Kleinbauern aus der Umgebung die Möglichkeit, ihre Milch bei der Molkerei abzuliefern. So haben unsere Nachbarn eine weitere Einkommensmöglichkeit.

Handel

1. Supermarkt

Im Supermarkt findet der Kunde ein großes, preisgünstiges Angebot an Verkaufsartikeln. Hier findet man unter anderem Lebensmittel, Hygieneartikel, Schuhe, Elektroartikel, Spielzeug, Schulutensilien, Haushaltsgegenstände und Stoffe. Auch besondere Wünsche von Kunden werden hier entgegengenommen und nach Möglichkeit geliefert.

2. Tankstellen

Zwei Tankstellen mit dem Emblem von ECOP bieten den Bürgern Frieslands und Interessenten aus der Umgebung ihren Service im Brennstoffverkauf an. Eine davon befindet sich im Zentrum der Kolonie und die andere liegt an der Fernstraße 10. Bei der letzten hat man auch die Möglichkeit, seine Lebensmitteleinkäufe zu tätigen. Außerdem gibt es von den Tankstellen das Angebot, Brennstoff ab einer gewissen Menge direkt aufs Feld zu liefern.

3. Ersatzteilwarenhandel

Diese Abteilung bietet die Ersatzteile für verschiedene Maschinen, sowie alle Artikel für Stromeinrichtungen, Anstrichmittel und vieles mehr zum Kauf an. In der Abteilung befindet sich außerdem noch die Tiermedizinabteilung, in der die verschiedensten Medikamente für Tiere angeboten werden.

4. Baumaterialienabteilung

In dieser Abteilung ist man bemüht, den Kunden das erwünschte Baumaterial für Gebäude, Wasserleitungen, Zäune usw. zu liefern. Außerdem werden hier auch verschiedene Möbel und Eisenware zum Kauf angeboten.

5. Pflanzenschutzmittel

Diese Abteilung bietet Pflanzenschutzmittel, Saatgut von Ackerkulturen und Weiden und jegliche Düngemittel zum Kauf an. Die Produkte werden dem Landwirt größtenteils direkt aufs Feld geliefert. Man ist bemüht, umweltfreundliche Produkte zum Kauf anzubieten und empfiehlt eine fachgerechte Anwendung.

Vermarktung

Von der Kooperative aus wird die Mithilfe bei der Vermarktung in folgenden Bereichen angeboten: Körner (Soja, Mais, Sonnenblumen, Weizen und Kafir) und Vieh (Verkauf von Vieh zum Schlachthof und der interne Handel von Vieh zwischen den einzelnen Viehzüchtern). Im Jahre 2007 begann im Bereich der Viehvermarktung eine konkrete Zusammenarbeit mit der Kooperative Neuland. (siehe Viehstationen)

Dienstleistungen

1. Silos

Ende der 60er Jahren war die CAF der Träger des Nationalen Weizenplanes der Regierung, dem sogenannten „Plan Nacional de Trigo“. Der Weizenanbau bewirkte damals, dass sich die bisherige „Hackkultur“ zu einer mechanisierten Landwirtschaft in Paraguay entwickelte. Die Körnerproduktion musste sicher gelagert werden. So importierte die CAF fünf Metallsilos von je 300 Tonnen Kapazität von der Firma Butler aus USA. Etwas später kamen die vier York-Trockensilos hinzu. Dies war eine der ersten Metallsiloanlagen in Paraguay.
Die Aufgabe der Silo-Abteilung ist das Annehmen, das Analysieren, das Säubern, die Aufbewahrung in Trockenanlagen und das Verladen der landwirtschaftlichen Produkte.

2. Beratungsdienst (DAF – Departamento Agropecuario Friesland)

Die Aufgabe des Beratungsdienstes ist, den Bürgern in den verschiedenen Bereichen der Land-, Forst- und Viehwirtschaft eine professionelle, technische Beratung anzubieten. Ziel dieser Beratung ist es, eine nachhaltige kompetitive Landwirtschaft, und zugleich ein gesundes Umweltbewusstsein der Mitglieder zu fördern.

3. Transport

Diese Abteilung ist sowohl für den Versand der in Friesland hergestellten Produktion als auch für den Transport des Einkaufes von Asunción nach Friesland verantwortlich. Mehrere Lastkraftwagen verschiedener Größe sind für den Transport der Ware und den Brennstoff im Dienst.

4. Wege

Eine wichtige Dienstleistung ist der Unterhalt der Wege innerhalb der Kolonie und zum Teil auch zu den Ländereien der Bürger, die im Laufe der Jahre erworben wurden. Mit einigen Wegmaschinen bemüht diese Abteilung sich, die Wege nach ihren Möglichkeiten in gutem Stand zu halten. Es werden ca. 200 km Wege unterhalten.
Durch eine Zusammenarbeit der Verwaltung der Kolonie und dem Wegebauministerium wurde im Jahre 2012 die Zufahrtstraße von San Alfredo nach Central asphaltiert.

5. Finanzabteilung

Ziel dieser Abteilung ist es, die Abteilungen der Kooperative, sowie auch die einzelnen Mitglieder mit Krediten zu unterstützen und den Kontakt zu den Banken aufrecht zu halten.

6. Krankenhaus Tabea

1941, vier Jahre nach der Gründung der Kolonie, begann man unter großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten den Bau eines Gebäudes, das als Entbindungsstation dienen sollte. Ein Arzt wurde erstmals im Jahre 1949 angestellt. Im Laufe der Jahre wurde mit kräftiger Unterstützung der Bürger ein neues Krankenhausgebäude errichtet. Später konnte das „Sanatorio Mennonita“ auch mit modernen Instrumenten und Geräten ausgestattet werden. In den 50er Jahren wurde das Krankenhaus auf Hospital Tabea umbenannt und 1992 im Gesundheitsministerium registriert.
Im Jahre 2010 wurde ein neues Krankenhaus eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Es verfügt über mehrere Sprechzimmer, Labor, Röntgenzimmer, voll ausgestattetem Operationssaal und kann bis zu 20 Patienten beherbergen.
Das Fachpersonal ist bemüht, die Kranken nach ihrem besten Wissen und Können zu pflegen. Außerdem kommen jeden Monat die verschiedensten Spezialisten, um im Hospital Dienstleistungen anzubieten.
Das Krankenhaus ist nicht nur eine große Hilfe für die Bürger der Kolonie, sondern auch für alle Bewohner unserer Umgebung. Personen, die zu der Kooperative Carolina gehören, erhalten eine Subvention bei den ärztlichen Behandlungen und Medikamenten.
Die Kosten des Krankenhauses werden durch finanzielle Beiträge der Patienten und der Kooperative gedeckt. Seit einigen Jahren besteht eine Zusammenarbeit mit dem IPS (Instituto de Prevención Social), der einzigen staatlichen Krankenversicherung.

Erziehungskomitee (CEF)

Die Aufgabe des Erziehungskomitees ist sehr vielfältig. In diesem Bereich werden Kurse für Erwachsene, sowie die Eintrittskurse für neue Mitglieder der Kooperative organisiert und durchgeführt, Stipendien und Büchergeld an Studenten vergeben und Kurse für die Angestellten der Kooperative und der Zivilen Vereinigung veranstaltet.